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Unser PGP-Key (aktualisiert 25.05.21)

Jahr 1 nach Eröffnung des Parteibüros in Siegen – Eine Bilanz

Etwas über ein Jahr ist es her, dass der „Dritte Weg“ ein Parteibüro in der Siegener Schlachthausstraße eröffnet hat. Welche Bilanz ist auf lokaler Ebene zu ziehen?

Schon vor Eröffnung des Parteibüros fanden in gewissen Abständen Infostände des „Dritten Wegs“ oftmals in Bezug zum CSD in Siegen statt. Nach Eröffnung intensivierte man diese Aktionsform im Siegener Stadtgebiet. Die Stände zeigten weiterhin keinen Erfolg, da nur vereinzelt Zulauf zu verzeichnen war und der Gegenprotest deutlich lautstärker war . Auch die Verteilung von Flyern in Briefkästen führte zu Unmutsäußerungen, Videos in denen das Papiermaterial lediglich als Grillanzünder dient kursierten auf sozialen Netzwerken und machten die Haltung der meisten Siegener Einwohner*innen deutlich.
Kundgebungen der „Partei“ waren spärlich besucht und konnten die Einstelligkeit der Teilnehmenden meist nur durch überregionale Rekrutierungen aus den eigenen Kadern überwinden.

Corona3Weg

Bei der Kundgebung auf dem Siegener Marktplatz gegen die Corona-Maßnahmen wurde es ihnen in aller Deutlichkeit vor Augen geführt, sodass die vollmundige Ankündigung, die eigene Stellungnahme komplett zu verlesen, nach wenigen Punkten abgebrochen und die Veranstaltung frühzeitig beendet wurde.
Insgesamt lässt sich sagen, dass der „Dritte Weg“ im Siegerland nur wenige Leute erreicht, die nicht zuvor auch schon bei Kundgebungen o.ä. erschienen sind. Diese werden jedoch teilweise radikalisiert und bei Veranstaltungen in Parteishirts gesteckt, um das Bild nach außen zahlreicher erscheinen zu lassen. Der Wechsel von stationären Kundgebungen und Infoständen hin zu anderen Veranstaltungsformaten liegt vermutlich darin, dass sie sich besser nach innen verkaufen lassen. In den Videoveröffentlichungen soll mit mehr oder weniger geschickten Schnitten und Fotos die Illusion von einer starken agilen Bewegung erzeugt werden. Das Ganze ist unterlegt mit heroischer Musik und Parolenschnipseln. Beim Betrachten fühlt man sich unweigerlich an historische Dokumentationen erinnert, in denen versucht wird, die 20-köpfige Laientheatergruppe so oft ins Szene zu setzen, dass der Eindruck einer Masse entsteht. In beiden Fällen misslingt dies deutlich. Trotz dieser bekannten Methoden der Selbstinszenierung sowie bundesweiter Mobilisierung gelang es auch bei Aufmärschen am 8. Mai in Siegen und 4. Juli in Olpe nicht mehr als 60 Gleichgesinnte auf die Straße zu bringen. Es fällt auf, dass die regional verorteten Personen keineswegs aus dem Viertel Hammerhütte stammen, sondern verstreut aus anderen Teilen der Stadt (z.B. dem Fischbacherberg) oder dem Umland wie Hilchenbach, Netphen oder Wilnsdorf.

Besonders auffällig ist das Umfeld der Fußball- und Bierfangruppe „Siegener Bären“, in deren Reihen und Umfeld sich seit Jahren und Jahrzehnten die Nähe zu Nationalsozialistischem Gedankengut finden lässt. So war es auch für den „Dritte Weg“ ein Leichtes Anknüpfungspunkte zu finden. Alte Bekannte, aber auch deren Nachwuchs tauchten bei lokalen, aber auch bundesweiten Veranstaltungen wie beispielsweise in Berlin auf. Gleichzeitig siebt der „Dritte Weg“ unter seinem Gefolge aus und lässt durchaus nicht jeden „mitmachen“: Dem eigenen elitären Anspruchsdenken verpflichtet werden die wenigen neuen Zuläufe verprellt oder aktiv ausgeschlossen und letztlich verbleibt die Gruppe in einer ähnlichen Konstellation.
Wenig Zulauf finden die Büroaktivitäten (Öffnungszeiten für Deutsche). So bleibt genug Zeit für den Gebietsleiter Bender, mit dem Hund spazieren zu gehen oder in langatmigen Texten auf der eigenen Website zu „fabulieren“. Mangels politischer Erfolge unausgelastet kam es zu dem, was dann immer passiert: die Nazis wurden ausfällig. Bender und Kameraden pöbelten die Teilnehmenden eines Stolpersteinspaziergangs im Viertel Hammerhütte an, wobei ein Teil der Unterstützer aus der Eventkneipe „Scholl“ dazustieß. Letztere bemüht sich nach unrühmlicher Vergangenheit zwar immer wieder, ihr Image aufzubessern, was aber zum Scheitern verurteilt ist, solange sich das Gastklientel einschlägig zusammensetzt.

Spätestens an dieser Stelle wird erkennbar, was auch beim „Dritten Weg“ als Mobilisierungsmittel funktioniert: Alkohol. Die Inszenierung als „disziplinierter gesunder Volkskörper“ bröckelt, schaut man bei Veranstaltungen wie der „Weihnachtsaktion“ genauer hin und zählt beim Ausladen der Bierkästen mit. Nicht ohne Grund stach diese Aktion bezogen auf die Besuchszahlen heraus, gab es doch ein üppiges Angebot, um sich die Bäuche vollzuschlagen und dem Alkohol zu frönen. Am Ende des Tages nichts anderes als jedes bürgerliche Bier- und Bratwurstfest, nur das die Parolen nicht am Stammtisch sondern von der Kanzel geblökt wurden.

Neben allen Strampeleien um Aufmerksamkeit verfolgt der „Dritte Weg“ auch den Weg der Provokation politischer Gegner, deren Auswahl willkürlich ist. Neben dem sich dafür anbietendem Gegenprotest wird sich aber auch abwechselnd bei der Polizei bedankt und dann bei einem anderen mal diese und deren Vertreter verflucht.

Mit Vorliebe wird vor allem alles was nicht ins eigene Weltbild passt beleidigt oder rhetorisch ungeschickt direkt der Tod angedroht. Entsprechende Aktionen dienen der Festigung und Selbstvergewisserung der eigenen Reihen, entfalten aber keinen öffentliche Wirkung. Die Rückblicke in der Eigendarstellung des „Dritten Wegs“ lesen sich natürlich ganz anders, dienen aber auch nur der Kommunikation in der eigenen Szene.

Dass trotz der wenig schmeichelhaften Bilanz diese Gruppe nicht unterschätzt und ignoriert werden darf zeigen bundesweit Beispiele. Faschisten wie die des „Dritten Wegs“ kompensieren die eigene politische Ohnmacht durch weitere Radikalisierung und in der Folge durch Taten, in denen ihr Gedankengut Wirkung entfaltet. Angriffe von Aktivisten des „Dritten Wegs“ auf unsere Gesellschaft sind zu erwarten, wie der kürzlich mit einer 6-jährigen Haftstrafe beendete Prozess gegen eine „Kameradin“ aus Süddeutschland zeigt, die kurz vor der Durchführung mehrerer Anschläge gefasst wurde.

Deutschlandliebe bis zum Terrorismus

Mit einer 6-jährigen Haftstrafe endete der Prozess gegen eine 55-jährige Heilpraktikerin aus Franken. Das OLG München sah es als erwiesen, dass Susanne G. aus einer nationalsozialistischen Gesinnung heraus Politiker bedroht, und Brandanschläge geplant hatte, die kurz vor der Durchführung standen und vom Gericht im Ausmaß mit den Anschlägen von Hanau, Halle oder Christchurch verglichen wurden.

Konkret hatte sie

- 2019 und 2020 Grußkarten mit eindeutigen Drohbotschaften an einen Bürgermeister, einen Landrat sowie einen Geflüchtetenhilfeverein und eine islamische Gemeinde verschickt, die zudem Munition oder Anspielungen auf den Mord an Walter Lübke enthielten.

- Informationen zu den bedrohten Personen und Orten gesammelt und diese „ausgespäht“.

- sich Waffen sowie Materialien und eine Anleitung zum Bau einer Bombe beschafft, die einen Amtsräger oder einen Menschen muslimischen Glaubens treffen sollte.

Vertreten wurde die Rechtsterroristin von keinem Unbekannten: Wolfgang Nahrath (ehemals Vorsitzender der verbotenen rechtsradikalen Wiking Jugend und Verteidiger von Ralf Wohlleben (NSU-Unterstützer). Nahrath trat in Berlin beim Dritten Weg auch ans Rednerpult. Während der Verhandlung musste er natürlich in seinem Plädoyer Hitler und Goebbels zitieren – wohlgemerkt als Verteidigung seiner Mandantin, denn die nationalsozialistische Partei verbiete „jede Ungesetzlichkeit“. „Jede Gewalttat gegen den Staat verbietet sie, bekämpft auf das Schärfste das politische Attentat.“ (Hitlerzitat)

Nahrath versuchte außerdem, die Täterin als harmlose, unauffällige Frau darzustellen, der bislang nichts vorzuwerfen war. Selbst wenn man dieser Beschreibung folgt, so muss der Einfluss des „Dritten Wegs“ umso gefährlicher zu beurteilen sein, wenn sich eine „unbescholtene Bürgerin“ in dieser extremen Art radikalisiert und vor der Tötung von Menschen nicht zurückschreckt. Im Zuge ihres Radikalisierungsprozesses ließ sich Susanne G. an mehreren Stellen ihres Körpers „einschlägig“ tätowieren. Neben Hakenkreuz und dem Wahlspruch der SS „Meine Ehre heißt Treue“ prangt auf ihrer Brust das Wort „Staatsfeind“, was ihr Verteidiger als Beleg dafür wertete, dass sie „die Liebe zum deutschen Volk gefunden“ habe. Des Weiteren zeugen die bei einer Hausdurchsuchung 2020 gefundenen Nazidevotionalien, Literatur und von ihrer mindestens schnell gewachsenen Gesinnung, die auch explizit Antisemitismus beinhaltet.

Der „Dritte Weg“ versuchte, möglichst unbeschadet aus dem Auffliegen und dem Prozess herauszukommen: Parteichef Armstroff legte Susanne G. im März 2020 nahe, aus der Partei auszutreten, um Schaden in der öffentlichen Wahrnehmung abzuwenden. Als vollwertiges Parteimitglied war sie seit 2016 u.a. als Ordnerin bei Aufmärschen tätig gewesen sowie in der rechten Gefangenenhilfe. Dadurch hat sie wahrscheinlich den Kontakt zu ihren Brieffreunden Ralf Wohlleben und Andre Eminger (NSU) bekommen, mit denen sie in regem und vertrautem Austausch stand.

Armstroff war beim Prozessauftakt anwesend, weitere „Kameraden“ an anderen Verhandlungstagen, was der Angeklagten den Rücken stärken sollte, sicherlich vor allem aber auch um zu verhindern, dass sie ihre Märtyrerinnenrolle verlässt. Das muss auch im Sinne der Faschisten sein und erklärt, warum bislang keine Stellungnahmen zu dem Fall auf den Seiten des „Dritten Wegs“ zu finden sind. Die Täterin hätte vermutlich einige Interna zu erzählen, die gefährlich viel Licht auf die Aktivitäten der „Partei“, deren Kontakte und Netzwerke werfen würden.

Susanne G. war noch nach ihrem Parteiaustritt im August 2020 mit Armstroff – nicht zum ersten Mal – in Tschechien und besuchte dort einen Schießstand. Bis 2015 hatte sie einen kleinen Waffenschein besessen.
Unter den „Kameraden“, die die Verhandlungstage besuchten, saßen keine unbeschriebenen Blätter, wie es der Verteidiger bezogen auf Susanne G. weismachen wollte. Einer der Beobachter, Andreas G., war Mitglied der ehemaligen „Weiße Wölfe Terrorcrew“ und der „Bamberger Gruppe“ und erhielt 2018 eine Bewährungsstrafe wegen des Vorwurfs einer mögliche Anschlagsplanung. Andreas G. trat – wie häufig bei Veranstaltungen des „Dritten Wegs“ – auch beim Tag der Heimattreue 2021 in Olpe als Ordner auf.

Alexander Winnen

Alexander Winnen ist ein seit längerem aktiver Faschist des III. Wegs in Siegen.

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Winnen hat sich zeitweise als eine Art Stellvertreter und „zweites“ Glied hinter Bender etabliert. Seit circa einem Jahr sind seine Aufritte bei kleinen Veranstaltungen in Siegen seltener geworden, stattdessen scheint Winnen sich auf größere Veranstaltungen des III. Wegs, wie in Olpe (8.8.20) oder Berlin (3.10.20) zu konzentrieren. Außerdem ist er auch beim Parteibüro in der Schlachthausstraße gesichtet worden.
Bei Veranstaltungen ist Winnen an zumeist schwarzer Kleidung mitsamt einer Handwerker-/Arbeiterhose zu erkennen und tritt häufig, unter anderem in Olpe und Berlin, als Ordner auf.

Winnen war als Zeuge im Zuge der Beleidigungsklage eines Siegener Bären gegen ein Opfer eines rechten Angriffs geladen. Dabei tätigte er so widersprüchliche Aussagen, dass die Klage fallen gelassen wurde. Sein wenig rednerisches Talent zeigt sich offenbar auch dadurch, dass er nur selten bei Veranstaltungen sprach und zunehmend andere Gesichter als Redner*innen neben Bender auftreten.
Im Zuge des Angriffes bei der Gaststätte Scholl ist auch Winnen einer der Tatbeteiligten und sitzt bei demnächst beginnenden Prozess auf der Anklagebank.

Aktualisierung der Aktivitäten des 3. Wegs

Nachdem der III. Weg in letzter Zeit von eigenen Veranstaltungen abgelassen hat, versuchen die Mitglieder nun im Bereich Hammerhütte stattfindende Veranstaltungen einzuschüchtern. Auch lässt sich eine deutliche Verschiebung der Aktivitäten vom Sauerland hin nach Siegen feststellen, das Parteibüro wird als Treff- und Rückzugspunkt viel genutzt.

Nach einem Angriff auf eine*n queere*n Aktivist*in am 04.09.2020 durch Jugendliche in Siegen, hat der III. Weg versucht eine Drohkulisse aufzubauen und posierte vor dem Haus der*des Aktivist*in. Zu viert drapierten sich die „heroischen Kämpfer gegen Schwulenpropaganda“ für ein schnelles Bild vor dem Haus.
Beim Stadtteilgespräch über die aktuelle Situation in der Hammerhütte erschien der III. Weg mit mehreren Personen, dabei trat Julian Bender als Einziger offen in Erscheinung und versuchte mehrmals erfolglos seine Rede zu platzieren. Weitere versuchten für Toleranz gegenüber dem III. Weg zu werben.
Am 27.09.2020, an Jom Kippur, bedrohte der III. Weg einen antifaschistischen Stadtteilspaziergang entlang der Stolpersteine. Dabei wurde auf offener Straße aus der Gruppe die Shoa relativiert und Opfer des Holocaust beschimpft.

Außer Bender traten unter anderem die Parteimitglieder Alexander Winnen und Marcel Schneider in Erscheinung sowie weitere Parteiangehörige. Zudem tauchte mehrfach eine Person aus der rechten Fanszene der Sportfreunde Siegen auf.

Recherche Julian Bender

Wir wollen hier in loser zeitlicher Abfolge die wichtigsten Informationen über die führenden Köpfe der Neonazi-Szene im Siegerland und Umgebung veröffentlichen. Ergänzende Informationen zu unserer Recherche könnt ihr gerne an die unter Kontakt hinterlegten Daten schicken.

Wir starten heute mit Julian Bender, Gebietsverbandsleiter West des 3. Wegs.
Julian Bender ist 1992 geboren und aktuell der Gebietsleiter West des 3. Wegs und Leiter der Stützpunktes Sauerland-Süd. Der 3. Weg ist nicht in Landesverbänden strukturiert, sondern fasst mehrere Stützpunkte in sog. Gebietsverbänden (derzeit Süd, Mitte und West) zusammen, die nach dem Bundesverband die zweithöchste Ebene bilden.
Der Gebietsleiter Ost ist Matthias Fischer, hier findet ihr mehr Informationen zu ihm: https://www.move36.de/2019/01/28/matthias-fischer-nazi-fuehrer- von-der-iii-weg/
Der Gebietsleiter Süd war zuletzt Walter Strohmeier, der am 10. Juni 2020 al-lerdings wegen „Untreue in 250 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jah-ren“ verurteilt wurde, aufgrund von Vorstrafen ohne Bewährung (www.endstation-rechts-bayern.de). Welche Auswirkungen dies auf seine
Position in der Partei hat, bleibt abzuwarten.

Bender stammt, nach eigener Aussage, aus Olpe. Arbeitsplatz ist die Firma Bender Bohr- und Frästechnik in Olpe.

Vor seiner Aktivität beim 3. Weg war Bender in losen rechten Gruppen organisiert, mindestens bereits seit dem er 16 ist.
In einem sozialen Netzwerk ist ein augenscheinlich altes Profil unter seinem Namen zu finden, das ihn in jüngerem Alter mit weiteren Personen zeigt. Deutlich erkennbar ist bei einer Person eine Tätowierung von „Kategorie C“.

fb_Bender1

Auf einem anderen Bild treten Bender und drei weitere Personen uniformiert gekleidet auf mit Shirts, die angelehnt an eine CD von „Kategorie C“ die Aufschrift „Deutsche Jungs“ zeigen sowie den Schriftzug „Sicherheit“, der bürgerwehrähnlich anmutet.

fb Bender 2

Nachdem 2014 in der Siegener Oberstadt ein junger Mann durch eine Gruppe Faschos brutal zusammengeschlagen und erheblich verletzt wurde, kommentierte ein „Julian Be“ die Tat auf der Internetseite des VEB mit den Worten: „1:0 für uns und das 2:0 kommt auch in nächster Zeit.“ (siehe Beitrag von uns Juni 2014)

Erstmals organisiert trat Bender 2015 mit der Gruppe „Olpe wehrt sich“ auf. Die Gruppe verteilte Flugblätter und organisierte Kundgebungen gegen den damaligen Geflüchtetenstrom.
Bender wandte sich kurz darauf der neu gegründeten Partei „Der 3. Weg“ zu und gründete den Stützpunkt Sauerland-Süd. Dabei wurden die Strukturen von „Olpe wehrt sich“ übernommen und in die Partei überführt. In einem Interview im Internetauftritt der Partei, das der Selbstdarstellung dient, wird Bender zu seinen Motiven, dem 3. Weg beizutreten, zitiert: „Natürlich war es ganz klar die ganzheitliche Auslegung vom politischen, kulturellen und gemeinschaftlichen Kampf sowie die weltanschauliche Verankerung, die naturgegeben über jeder Ideologie steht, welche ich bei keiner anderen bestehenden Organisation in der Form beobachten konnte.“ Zudem habe er eine „völlige Anspruchslosigkeit vom sogenannten „nationalen Widerstand“ “ bemerkt, der ein „Spielfeld für jeden Verlierer, Spalter oder sonstigen Minusmenschen“ darstelle und seinen Ansprüchen so offenbar nicht genüge. „Mich hat also genau der Vorwurf vom „elitären Gehabe“ oder der „Sektenhaftigkeit“ seitens der Kritiker […] angesprochen […].“ Kurz gefasst: Bender möchte nicht zum rechten Pöbel, sondern zu deren vermeintlicher Elite gehören.

Im November 2016 wurde Bender dann zum Gebietsverbandsleiter West gewählt. Seitdem tritt Bender auf verschiedensten öffentlichen Kundgebungen der Partei im gesamten Bundesgebiet auf.
Umtriebig war er vor allem zunächst im Westerwald. Hier gab es Vernetzungen mit ehemaligen Kadern der FNSI/Kameradschaft Westerwald, die mittlerweile ebenfalls zum 3. Weg gehören und bei Veranstaltungen auftauchen.

Bender tritt bei zahlreichen Veranstaltungen in Olpe und Siegen als Anmelder und Hauptredner in Erscheinung (ein Überblick über das Jahr 2019 findet ihr hier auf unserem Blog).

Wenig erfolgreich verliefen seine Aktivitäten am 1. Mai 2020 in München, als es auf dem Rückweg von einer Kundgebung zu Auseinandersetzungen kam infolge derer Bender von USK-Beamten zu Boden gebracht und danach abgeführt wurde. Ihm wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Seit 2018 organisiert Bender hauptverantwortlich den „Tag der Heimattreue“ in Olpe, für den sich nur wenige Olper Bürgerinnen und Bürger interessieren. Allerdings nehmen hieran überregionale Kader, Mitglieder und Mitläufer des Dritten Wegs teil. 2020 kamen unter Corona-Auflagen dennoch mehr als 50 Personen zusammen.

2017 fand der sogenannte „Kampf der Nibelungen“, ein rechtsextremes europaweites Vernetzungstreffen mit Kampfsportwettkämpfen, in Kirchhundem/Lennestadt im Sauerland statt. Trotz Versuchen, den genauen Ort so lange wie möglich zu ver-schleiern kam es zu einer Razzia von Polizei und Staatsschutz, bei der auch die Anwesenheit von Bender festgestellt wurde.

Bender ist regelmäßig bei Veranstaltungen im Ausland anzutreffen, bei denen er Kontakte zu europäischen Rechtsextremisten knüpft und pflegt. Letztere blieben nicht immer unbeobachtet und auch nicht folgenlos: So wurde Bender im September 2017 von der Einreise in Schweden abgehalten und abgeschoben. Geplant war der Besuch einer Veranstaltung des Nordic Resistant Movement, einem Sammelverbund gewaltbereiter Neonazigruppen.

Auch nahm Bender mindestens Anfang 2018 an einer Fahrt nach Rom teil um dort an den jährlichen Acca Larentia Treffen teilzunehmen, die den Tod von drei Faschisten zum Anlass haben und diese märtyrerhaft glorifizieren.
Mehrfach (2017-2019) war Bender Teilnehmer am sogenannten „Tag der Ehre“ in Budapest, an dem die europäische militante Rechte Einheiten der deutschen Wehrmacht, der Waffen-SS und ungarisch-faschistischen Kampfeinheiten verherrlicht. Die Veranstaltung sowie der anschließende 60-km-Marsch, der den missglückten Ausbruchsversuch der umzingelten Truppen 1945 nachstellt, befördert die Vernetzung europäischer Rechtsextremer. Ob hier auch diejenigen Kontakte geknüpft wurden, infolge derer es zum strukturübergreifenden „Ausflug“ nach St. Petersburg mit dortigen Schießübungen kam und ob auch Bender persönlich daran teilgenommen hat bleibt spekulativ, erscheint aber nicht abwegig. (mehr Infos in unserem vorherigen Beitrag).

Parteibüroeröffnung vom 3. Weg in Siegen

Am 06.07.2020 eröffnete der „Dritte Weg“ eine Parteizentrale in der Schlachthausstraße 2 in Siegen. Das Ladenlokal – ein ehemaliges Reisebüro – liegt im Randbereich des Stadtzentrums in einem Viertel, das u.a. von studentischem Wohnen, aber auch deutlich migrantisch geprägt ist. Kaum zwei Straßenecken weiter hat zudem der DGB Südwestfalen seinen Sitz. Über die Immobilie sind derzeit noch wenige Informationen bekannt.

Die Einrichtung der Parteizentrale fand am 06.07.2020 statt und blieb natürlich nicht lange unbemerkt. Tätig waren mindestens 4 Parteiangehörige, darunter eine bereits in der Vergangenheit als Rednerin aufgetretene weibliche Person, sowie weitere Personen, u.a. mit augenscheinlich handwerklicher Unterstützung. Bekannt ist bisher, dass die Immobilie die Partei 620€ warm kostet und das Büro über eine Gesamtfläche von 80m² verfügt. Laut WDR-Recherchen hatte die Vermieterin vorab Kenntnis wer dort einzieht, es sei ihr schlicht egal.

Beim „Dritten Weg“ handelt es sich nicht einfach um eine weitere kleine Partei unter vielen, deren Existenz in einer bürgerlichen Demokratie stillschweigend hinzunehmen wäre. Rechtsextremen Gruppierungen dient das Parteienprivileg als Deckmantel und erfüllt eine Schutzfunktion vor Verboten. Wie in vielen Fällen waren auch führende Köpfe des „Dritten Weg“ zuvor in neonazistischen Kameradschaften organisiert, die bundesweit vernetzt waren und nach und nach verboten wurden. Verbote führen allerdings nicht zu einem Umdenken, sondern entweder zum Wirken im Untergrund (das einen traurigen Höhepunkt beispielsweise im NSU fand) oder zu Parteigründungen. Rechtsextreme Parteien wie der „Dritte Weg“ nutzen demokratische Strukturen somit aus, um weitgehend ungehindert ihre Arbeit fortzusetzen und treten dabei gleichzeitig die Demokratie mit Füßen. Angehörige des „Dritten Wegs“ haben 2015 gemeinsam mit Mitgliedern der Jugendorganisation der NPD offenbar an einer paramilitärischen Ausbildung in St. Petersburg teilgenommen, die von den dortigen Vereinen „Reserw“ bzw. „Partizan“ durchgeführt wurden. Dabei sollen der Umgang mit Waffen und Sprengstoff sowie der militärische Nahkampf trainiert worden sein. (toeten-lernen-im-camp-partizan-putins-schuetzenhilfe-fuer-deutsche-neonazis)

Auf dem Bild Julian Bender (Gebietsleiter West); Matthias Fischer (stellv. Vorsitzender 3. Weg); Faschistin (Rednerin in Haiger am 15.05.20 Identität uns unbekannt)

Übergriffe in der Siegener Innenstadt

Übergriffe in der Siegener Innenstadt

In den letzten Wochen und Monaten kam es wiederholt zu Übergriffen in Siegen auf Personen, Punks oder alternativ aussehende junge Menschen. Bei den Tätern soll es sich teilweise um der Polizei bekannte Personen handeln.

Wie bereits berichtet kam es am 07.09.2019 rund um die 120-Jahr-Feier der Sportfreunde Siegen vor und nach dem Fußballspiel in der Innenstadt Siegens zu einem „Auftritt“ einer Gruppierung von laut Berichten etwa 20 Personen des „Dritten Wegs“ sowie aus der Fangruppierung „Siegener Bären“ und deren jeweiligem Umfeld. Im Vorfeld des Spiels wurde am ZOB in Siegen eine Gruppe Punks zum Ziel von Körperverletzungen. Dabei erlitt eine angegriffene junge Frau eine Gehirnerschütterung durch einen Schlag mit einer Flasche auf den Kopf und musste im Krankenhaus behandelt werden. Andere Angriffe und Angriffsversuche ereigneten sich später am Abend in Bahnhofsnähe.
Wenige Wochen später wurden wiederum alternativ aussehende junge Menschen von mehreren Personen angepöbelt. Dabei wurden bedrohliche Aktionen für den weiteren Tag angekündigt. Diese Personen wurden danach an verschiedenen Stellen Siegens und Weidenaus gesichtet.
In der Vorweihnachtszeit wurde in der Siegener Oberstadt ein Jugendlicher von einem Rechten mit einem Messer bedroht.
Kurz vor Weihnachten 2019 kam es dann vor dem Apollo-Theater sowie kurz darauf am ZOB in Siegen wiederum zu Körperverletzungen gegenüber jungen Punks, als sie von einer Gruppe zunächst bedrängt und beleidigt, dann körperlich angegriffen wurden. Direkt im Anschluss wurden mehrere rechte Personen durch die Polizei überprüft. Zwei der beteiligten Personen sind namentlich bekannt und stammen aus dem Nachwuchs der „Siegener Bären“. Aus ihrer rechten Gesinnung machen beide keinen Hehl wie in Sozialen Medien erkennbar ist.
Auch zwischen den Jahren und in der Neujahrszeit kam es zu unterschiedlichen Anfeindungen und Einschüchterungsversuchen der alternativen Szene am Siegener Bahnhof und anderen zentralen Orten. Dabei kam es auch zu einer Bedrohung mithilfe eines Messers.

Da damit zu rechnen ist, dass es sich bei den beschriebenen Ereignissen nicht um zufällige Einzelfälle handelt, werden an dieser Stelle weitere Vorkommnisse gelistet, sobald diese bekannt werden.

29.01.2020: Einer jungen Frau aus der Punkszene wird am ZOB am frühen Nachmittag im Vorbeigehen Pfefferspray ins Gesicht gesprüht.
12.02.2020: Erneuter Angriff mit Pfefferspray auf eine junge Person aus der Punkszene am Bahnhof.

Eine Zusammenfassung…

…der jüngsten Aktivitäten des 3. Wegs in Siegen und Umgebung

Wir beginnen am 25.04.2019 und versuchen nach und nach die Lücken in diesem Blog bis 2014 zu schließen.

Angefangen haben die diesjährigen Aktivitäten des 3. Wegs in Siegen im Zusammenhang mit der Europawahl. Zu diesem Anlass platzierten sich Akteure des 3. Wegs am 25. April 2019 in Siegen, am Kölner Tor/Berliner Bären.
In Erscheinung traten bei diesem sogenannten „Infostand“ alle regionalen Größen, zuvorderst Julian Bender.
Julian Bender ist der „Gebietsleiter West“ und wohnhaft im Raum Olpe. Von dort versucht er mit zunehmender Verzweiflung seine Stellung in der immer mehr von den Ostverbänden dominierten Partei zu halten.

Am 15. Juni 2019 veranstaltete der 3. Weg den sogenannten „Tag der Heimattreue“ in Olpe. Aufgrund eines zeitgleich stattfinden anderen Festes wurde die Veranstaltung des 3. Wegs vor die Stadthalle (Randgebiet Olpes) verlegt.
Bei diesem Vernetzungstreffen traten neben den hiesigen Mitgliedern folgende Redner auf:
Der Gründer und Vorsitzende Klaus Armstroff, Matthias Fischer (Stellv. Parteivorsitzender), Mario Matthes (Stützpunktleiter Pfalz) und Julian Bender (Gebietsleiter West und Stützpunktleiter Sauerland). Musik spielte anschließend Andreas Schüßler als Liedermacher „Studio Drei“.

19. Juni 2019: „Infostand“ in Siegen am Kölner Tor/Berliner Bären

Am 26. Juni 2019 veranstaltete der 3. Weg eine Kundgebung, die versuchte ein Tötungsdelikt auf dem Siegener Fischbacherberg zu instrumentalisieren und für ihre propagandistischen Zwecke auszuschlachten. Bei diesem bisher zahlenmäßig größten Auftreten erschienen neben den bekannten Akteuren aus Olpe und dem Westerwald auch Personen aus den „Siegener Bären“ und deren Umfeld sowie auswärtige Faschisten aus dem Ruhrgebiet.

Im Zuge derselben Tat erfolgte am 29. Juni 2019 eine Kundgebung der Gruppen „NRW stellt sich quer“ und „NRW schaut nicht weg“ am Fischbacherberg in der Nähe des Tatorts.
Einen Tag später, am 30. Juni 2019, erfolgte ein Trauermarsch auf dem Fischbacherberg, organisiert durch Privatpersonen. Dieser Marsch fand ebenfalls in Tatortnähe statt. Trotz der Ankündigung der Veranstalter „keine Rechten und Linken“ zuzulassen wurden im Zug Personen mit einschlägig rechten Tätowierungen gesichtet. Dass die Geschehnisse um den tragischen Tod nicht noch mehr instrumentalisiert wurden ist möglicherweise auch Konsequenz einer Gefährderansprache der Polizei.

27. Juli 2019: Im Zuge des CSD in Siegen wurde dem 3. Weg ein „Infostand“ unmittelbar an der Demoroute des CSD genehmigt. Ebenfalls wieder sehr prominent am Kölner Tor/Berliner Bären. Dabei scheinen auch nicht alle den Hass auf den CSD zu teilen, da dieser zahlenmäßig sehr schwach vertreten war.
Der 3. Weg wetterte gegen die „Homo-Propaganda“ und „Verschwulung unserer Kinder“.
Bereits im Vorfeld des CSD war dies Inhalt von Flyern, die in Briefkästen in Siegen verteilt wurden.
Im Rahmen des CSD ist der 3. Weg bereits im dritten Jahr in Folge in Siegen in Erscheinung getreten, jedes Jahr etwas offensiver und direkter (weiteres zu den vorangegangenen Aktivitäten folgt).
Während der Demonstration wurde ein „Kussverbot“ seitens der Polizei an Teilnehmende ausgesprochen, da ein Kuss zweier Männer die Faschisten provozieren könne (vielleicht auch eher verunsichern). Laut Aussage der Polizei war dies lediglich als Hinweis gemeint, um die Teilnehmenden der Demonstration zu schützen. Daraus lässt sich schließen, dass die Polizei entweder im Nachhinein gelogen hat und tatsächlich ein Kussverbot ausgesprochen wurde, oder die Polizei das Gewaltpotential des 3. Wegs so hoch einschätzt, dass sie die Demonstration nicht ausreichend vor 7 gewaltbereiten Faschisten schützen kann. Die zweite Variante würde allerdings die Frage aufwerfen, warum ein solcher „Infostand“ in unmittelbarer Nähe zur Demoroute genehmigt wurde.

Am 6. August 2019 veranstaltete der 3. Weg einen „Infostand“ in Kreuztal vor dem Kaufland, zum Thema „Multikulti tötet“. Dabei präsentierte sich die Partei mit einem Banner „Deutschland den Deutschen“. Offenbar zeigten sich die anwesenden Parteimitglieder irritiert und verängstigt von den anwesenden Kreuztaler*innen.

07.09.2019: Anlässlich der 120-Jahr-Feier der Sportfreunde Siegen traten einige Mitglieder des 3. Wegs im Block F11, in dem auch die „Siegener Bären“ stehen, in Erscheinung. Im Leimbachstadion versuchten zum Ende des Spiels hin einige Personen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, so berichten Augenzeugen von einem Hitlergruß. Dies führte zu Auseinandersetzungen unmittelbar nach Abpfiff des Spiels. Eine der Personen wurde im Nachhinein mit einem Stadionverbot belegt.
Außerdem erfolgten am selben Tag zwei Angriffe seitens von Faschisten, die später auch im Stadion gesichtet wurden, auf junge Siegener*innen aus dem alternativen Milieu. Einer dieser Angriffe erfolgte vor dem Spiel, der andere später am Abend in Bahnhofsnähe.
Bei dem ersten Angriff kam es zu einer Körperverletzung durch den Schlag einer Flasche auf einen Kopf. Durch das Eingreifen umstehender Menschen konnten weitere Verletzungen verhindert werden.

Am 19.09.2019 gab es wieder einen „Infostand“/Kundgebung in der Siegener Innenstadt, dieses Mal ungewöhnlicherweise an einem Donnerstag.

25.09.2019: Ihrem deutschen Traditionsbewusstseins folgend platzierte sich der 3. Weg wieder mittwochs in der Siegener Innenstadt. Abweichend von ihrer Tradition dieses Mal auf der anderen Seite des Kölner Tores (direkt an den beiden Bäckerläden).
02.10. und 09.10.: Gleiches Spiel.

16.10.2019: Bis jetzt letzter „Infostand“ in der Siegener Innenstadt.

23.10.2019: Bei einer Kundgebung zum Gedenken an die Opfer und Bedrohten in Halle durch das ABUS erschienen Julian Bender sowie drei weitere Personen des 3. Wegs und versuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung einzuschüchtern durch aufdringliches Fotografieren aus nächster Nähe. Die Polizei schaute trotz mehrfacher Beschwerden tatenlos zu und sprach sie erst an, als es weitere Beschwerden gab aufgrund störender Zwischenrufe durch Julian Bender. Unter anderem bezeichnete dieser die Flagge des Staates Israel als „Judenflagge“. Bei der Ankündigung der Verlesung von Biografien ermordeter Jüdinnen und Juden störte Julian Bender das Gedenken lautstark.

26.10. und 04.11.2019: „Infostände“ zum Thema „Tierschutz“ und „Multikulti tötet“ in Kreuztal vor dem Kaufland.

Nach einem Infostand zur Aufklärung über den 3. Weg durch ein antifaschistisches Bündnis am 09. November wurden in den darauffolgenden Tagen mehrfach Gruppen von Faschisten in der Siegener Innenstadt gesichtet, teils kam es zu drohenden Äußerungen gegenüber jungen Menschen aus der Punkerszene.

Für weitere Informationen zum 3. Weg: Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus

Recherche Siegen ist wieder aktiv

Hallo,
das Recherche Siegen-Portal ist wieder aktiv.
Die Adresse, um Informationen zu senden, findet ihr unter Kontakt.

Auf diesem blog werden in unregelmäßigen Abständen wieder Neuigkeiten über neonazistische Aktivitäten im Siegerland und der angrenzenden Umgebung veröffentlicht.
Um nicht immer selbst nachschauen zu müssen, könnt ihr euch in den Mailverteiler eintragen:
resie-subscribe@lists-riseup.net

Nach und nach wird versucht werden, die Lücke seit 2014 zu füllen. Unterstützende Informationen, z. B. Links auf informative Texte, schickt gerne auch an die Kontaktadresse.

Drohungen bei Facebook, Schmierereien an der Uni & Pläne zur Wiederbelebung der „NPD Siegen“

Nach dem Übergriff am 24. Mai in der Siegener Oberstadt, bei dem mehrere Personen verletzt wurden, darunter ein Student schwer, feierten Neonazis die Aktion öffentlich bei Facebook und drohten damit, eine am 27. Mai im VEB Siegen stattfindende Veranstaltung anzugreifen. Unter den VerfasserInnen dieser Kommentare taten sich besonders ein „Julian Be“ sowie „Ralf Kron“, der laut seinem Facebookprofil in Siegen wohnt und „Michaela Alt“ aus Kinzenbach bei Gießen hervor.

Zu Vorfällen kam es am Abend des 27. Mai jedoch nicht, u.a. wohl deshalb, weil Polizei und Staatschutz informiert wurden.

Heute entdeckt wurden Schmierereien am Adolf-Reichwein-Campus der Uni Siegen, u.a. die Parolen „VOLKSTOD! STOPPEN“, „MULTI-KULTI IST VÖLKERMORD!“, sowie der Schriftzug „FNSI!“. Die Schmierereien ähneln denen, die in den letzten Monaten immer wieder in Siegen und Umgebung u.a. auf Wänden, Wahlplakaten und Werbetafeln auftauchten.

Wie NRW rechtsaußen berichtet, kündigte derweil der NRW-Landesvorsitzende der NPD, Claus Cremer an, den „NPD-Kreisverband Siegen“ unter Führung eines neuen Kreisvorstandes zu reaktivieren.

Zweites „Live H8″-Konzert abgesagt – Neonazis treffen sich in Siegen

Im vergangenen Oktober nahmen rund 1000 Besucher am Neonazi-Konzert „Live H8“ im mittelfränkischen Scheinfeld teil. Organisiert wurde das Event vom bayrischen NPD-Funktionär und Betreiber des Onlineradios fsn.tv Patrick Schröder. Für den vergangenen Samstag war eine Wiederholung in einer Scheinfelder Disco angekündigt, u.a. mit den Bands „Nahkampf“, „Sturmwehr“, „Terrorsphära“, „Terroritorium“ und „Words of Anger“. Auch die Band „Kategorie C“ sollte anreisen.

Die geplante Veranstaltung wurde am Samstag morgen jedoch gerichtlich untersagt. Daraufhin riet der Veranstalter den Besuchern von einer Anreise ab.

Auch in Siegen trafen sich bereits Samstag früh zahlreiche Neonazis aus der näheren und weiteren Umgebung an der Siegerlandhalle, um gemeinsam nach Bayern zu reisen. Nach der Absage des Konzerts zogen ca. 15 von ihnen zunächst von der Siegerlandhalle in die Siegener Innenstadt und kehrten am Abend schließlich in einer Kneipe in der Löhrstraße ein. Im weiteren Verlauf des Abends folgte eine Auseinandersetzung mit einer Gruppe junger Leute. Eine Person wurde dabei von den Neonazis schwer am Kopf verletzt und befindet sich nach einer Operation noch immer im Krankenhaus.

Die Siegener Polizei scheint in den letzten Jahren wenig dazu gelernt zu haben. Warum sonst konnte eine Gruppe Neonazis wieder stundenlang unbehelligt von der Polizei durch die Stadt ziehen, obwohl die Reisegruppe frühzeitig hätte auffallen müssen.
Nicht nur, dass der Treffpunkt an der Siegerlandhalle am Morgen durch die Polizei nicht beachtet wurde, auch die Absage des Konzerts in Bayern scheint nicht zu der Siegener Behörde durchgedrungen zu sein.
Entweder war diese tatsächlich dermaßen ahnungslos oder sie zog aus der Situation nicht die naheliegende Konsequenz eine erhöhte Wachsamkeit und Präsenz zu zeigen. Anlass dazu hätte zu alledem auch die potenzielle Bedrohung sein müssen, die die Neonazis für den am gleichen Tag in der Siegener Innenstadt stattfindenden „Israeltag“ der Initiative „Never Again“ darstellten. Der „Israeltag“ wurde in der Vergangenheit bereits Ziel massiver Attacken durch Neonazis.

9. November 2013: Holocaustleugnung und Friedhofsschändung in Siegen und Bad Berleburg

In der Nacht vom 8. auf den 9. November, dem 75. Jahrestag der Novemberprogrome, in deren Verlauf hunderte Juden ermordet, zehntausende in Konzentrationslager transportiert und Synagogen, jüdische Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe zerstört wurden, beschmierten bislang Unbekannte ein Denkmal auf dem jüdischen Friedhof in Bad Berleburg. Dort und auf dem Gelände des Hermelsbacher Friedhofs in Siegen, auf dem sich ebenfalls ein jüdisches Gräberfeld befindet, befestigten sie außerdem Transparente mit der Aufschrift „Die ewige Lüge lebt weiter“.

Angesichts dieser Tat hat nun auch die Kreispolizeibehörde laut ihrer Pressemitteilung vom 09.11.13 bemerkt, dass sich in der Region „Anhaltspunkte für eine organisierte rechte Szene ergeben könnten“.

Kurzmeldung: Überfall durch Neonazis auf Personen in Freudenberg

Zwei Personen, darunter der Fraktionsvorsitzende von „Die Linke“ im Siegener Stadtrat, sind am Sonntag Nachmittag vor dem von Neonazis angemieteten Hauses in der Asdorfer Straße von eben diesen angegriffen und verletzt worden. Weitere Informationen folgen.


Die Westfälische Rundschau berichtete in der heutigen Ausgabe über den Vorfall.

Neonazitreff in Freudenberg – Mietvertrag gekündigt

Wie die WDR Lokalzeit Südwestfalen am 10.10.13 berichtete, wurde der Mietvertrag des Hauses in Freudenberg inzwischen vom Vermieter gekündigt. Hatte dieser bislang verlauten lassen, dass eine Kündigung aus mietrechtlichen Gründen nicht möglich sei, hat er nun auf Nachfrage des WDR mitgeteilt, das Mietverhältnis gekündigt zu haben.

Das Gebäude an der Asbacher Straße in Freudenberg



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