Archiv für Juni 2009

NPD Kundgebung in Neunkirchen

Am Freitag, den 26.06.09 versammelten sich ca. 10-15 Nazis aus Siegen, Windeck und dem Westerwald an der Frankfurter-Str. in Neunkirchen und hielten eine kurzfristig angemeldete NPD- Wahlkampfkundgebung ab.

(Foto: Stephan Flug, Kreisvorsitzender der NPD Siegen Wittgenstein bei seiner Rede)

Die überschaulich kleine Kundgebung fand vor einem noch überschaulicherem Publikum statt und die inhaltsschwachen Redebeiträge des NPD KV Siegen Wittgenstein und der „Freien Nationalisten Siegerland“ fanden kaum Gehör.

(Foto: Kai Schulz, Aktivist der „FNSI“ verteilt NPD Flyer)

Am Rathausplatz versammelte sich bereits eine Stunde vor Eintreffen der Nazis eine kurzfristig organisierte Gegenkundgebung vom „Bündnis für Toleranz“.

Nazibesuch bei Veranstaltung des Siegener Bündnis für Demokratie

Am Montag, den 22.06.09 fanden sich ca. 100 Besucher im Spandauer Saal der Siegerlandhalle ein, um dem Vortrag “ ‚Autonome Nationalisten‘ – Modernisierung neofaschistischer Jugendkultur und Ästhetisierung von Gewalt“ beizuwohnen. Das Siegener Bündnis für Demonkratie hatte zu dem Vortrag geladen.

Im Vorfeld der Veranstaltung trafen sich ca. 10-15 Neonazis aus dem Siegener und Altenkirchener Raum vor der Siegerlandhalle, darunter sowohl die führenden Köpfe der NPD Siegen Wittgenstein Stephan Flug und Peter Schulze, als auch diverse einschlägig bekannte Aktivisten der „Freien Nationalisten Siegerland“. Nach mehreren gescheiterten Versuchen der Veranstaltung beizuwohnen und dem präventiven Anrücken der Polizei zogen die ungebetenen Gäste ab und die Veranstaltung nahm ihren Lauf.

In einem sehr anschaulichen Vortrag, unterstützt von Text-, Video- und Bild- Ausschnitten, beleuchtete der Referent vom ‚Antirassistischen Bildungsforum Rheinland‘ die Entwicklung der rechtsradikalen Szene von den Verboten der Kleinparteien, über das Erstarken der NPD und die „klassischen“ militanten Kameradschaften, bishin zur Bewegung der „Autonomen Nationalisten“ und nahm dabei auch Bezug auf konkrete Ereignisse und Entwicklungen im Siegerland.

Grundausrichtung des Vortrags war es, den Zuhörern die Zusammenhänge und Unterschiede, Übergänge und Abgrenzungen zwischen alten und neuen, aber auch zwischen vermeintlich bürgerlichen und radikalen rechtsextremistischen Strömungen aufzuweisen. Dabei wurde nicht nur darauf eingegangen, mit welchen Modernisierungen des Lifestyles und der Aktionsformen die radikale Rechte versucht, sich diversen jugendlichen Subkulturen zu öffnen, sondern auch, wie widersprüchlich die praktizierte soziale Emanzipation der „Autonomen Nationalisten“ der von ihnen propagierten NS-Ideologie gegenübersteht.

(Foto: Sebastian „Sebba“ Diehl, Grafiker der „Freien Nationalisten Siegerland“ im Autonomen-Look)

Schließlich wurde die gut besuchte Veranstaltung mit einer kurzen Diskussionsrunde beendet und der Referent mit großem Dank verabschiedet.

Staatsschutz Hagen reagiert

Am 10.06.09 lud der WDR Herrn Sascha Mader vom Staatsschutz Hagen in die Sendung „Lokalzeit Siegen-Wittgenstein“ und berichtete über die zunehmende Aktivität der rechtsradikalen Szene im Siegerland.
Als Reaktion auf diese Entwicklung habe der Staatsschutz Hagen ein Team zusammengestellt, das mehrfach pro Woche ein Büro im Gebäude der Kreispolizeibehörde in Siegen-Weidenau bezieht, um Ermittlungen voranzutreiben.

ZDF heute-journal vom 19.05.09

Am 19.Mai 2009 berichtete das ZDF Heute Journal über den neu veröffentlichten Verfassungsschutzbericht von 2008. Dabei konzentrierte sich die Berichterstattung in besonderem Maße auf die „Schläger von ganz Rechts außen“. Neben der rasant steigenden Gewaltbereitschaft von Kameradschaften und freien Nationalisten thematisierte das ZDF die gezielte Nachahmung linker Klischees durch Neonazis.

(Foto: Sascha Maurer, Aktivist der „Freien Nationalisten Siegerland“)

„Wir werden so lange Unruhe, Protest in eurer kleines bürgerliches Leben bringen, bis auch ihr aufgewacht seid“
– Axel Reitz am 1.Mai 2009 in Eiserfeld

Die ZDF-Aufnahmen zeigen eine neonazistische Kundgebung, die am 1.Mai 2009 in Siegen-Eiserfeld stattfand.

KLICKEN SIE HIER, UM DEN VIDEOBEITRAG ZU SEHEN

Axel Reitz kandidiert für die NPD Siegen- Wittgenstein

„[…] dass der letzte demokratisch gewählte Kanzler und meiner Meinung nach auch der letzte rechtmäßig gewählte Kanzler des deutschen Volkes Adolf Hitler gewesen ist. Und ich würde an dieser Stelle bewusst lügen müssen, wenn ich sage, es wäre mir unangenehm, wenn dieser Mann heute die Geschicke Deutschlands in seinen Händen halten würde.“

-Axel Reitz

Axel Reitz, bekennender „nationaler Sozialist“, der mit dem „Kampfbund Deutscher Sozialisten“ wegen seiner unumstrittenen Affinität zu Adolf Hitler und seinen theatralischen Hetzreden als „Hitler von Köln“ bekannt wurde, kandidiert nun für die NPD zur Landtagswahl 2010 im Wahlkreis Siegen-Wittgenstein 2.

Der 26 Jahre junge Köln Puhlheimer Axel W. Reitz macht auf den ersten Blick nicht viel her: Ein arbeitsloser, kleingewachsener, schmächtiger Typ, meist in Hemd und Krawatte, Seitenscheitel, verpickeltes Gesicht, versinkt in seinem langen Ledermantel.
Doch bereits im Alter von 15 Jahren begann er seine Karriere in der rechtsextremistischen Szene, träumte davon eines Tages „SA-Standartenführer“ zu werden und durchlief auf seinem Weg diverse Führungsposten, genoss viel Ruhm von seinen Kameraden.

„Diejenigen, die uns über Jahre hinweg bekämpft haben, uns aus der Arbeit gedrängt und ins Gefängnis gebracht haben, die werden eines Tages auf den Marktplatz gestellt und erschossen. In diesem Sinne: Sieg Heil!“
-Axel Reitz im Alter von 16 Jahren

Bereits 1999 wurde er zum Führer der Kölner „Kameradschaft Walter Spangenberg“, zuvor „Kameradschaft Köln“, die sich nach dem umgekommenen SA Mann benannt hat.
Später ernannte er sich zum „Gauleiter Rheinland“ für die 1999 gegründete und 2008 aufgelöste Querfrontgruppierung „Kampfbund Deutscher Sozialisten“.

„[…] ist die weiße Rasse nicht verloren und einmal wird der Tag kommen, wo das alte, stolze Symbol unserer Bewegung wieder über ganz Deutschland weht! Kameraden, auf an’s Werk! Alles für Volk und Reich!“
-Kampfbund Deutscher Sozialisten

Ebenfalls eine Führungsrolle übernahm Reitz beim „Aktionsbüro Westdeutschland“, das bis heute als Vernetzungsplattform für die sogenannten „Freien Kräfte“ – militante neonazistische Gruppierungen dient.

Nachdem Reitz nach 2 Jahren und 9 Monaten Haftstrafe wegen diversen Volksverhetzungsdelikten, Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole, Verstoß gegen das Uniformverbot, unerlaubtem Waffenbesitz, sowie Diebstahl im April 2008 wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, knüpfte er immer engere Kontakte ins Siegerland, das ihm von seinem Aufenthalt in der Haftanstalt am unteren Schloss 2006 in Erinnerung geblieben sein muss, organisierte hier gemeinsam mit den „Freien Nationalisten Siegerland“ mehrere Demonstrationen und Aktionen und verhalf ihnen durch seine langjährigen Erfahrungen und Kontakte zum Aufbau struktureller Stärke.

Schließlich kandidiert er als Vertreter Ihres Vertrauens für die NPD zur Landtagswahl 2010 im Wahlkreis Siegen-Wittgenstein 2.