Archiv für März 2010

NRW-Landtagswahl: Pro NRW stellt Kandidaten für Siegen-Wittgenstein

Gereon Breuer und Franz-Herbert Schneider werden für Pro NRW zur Landtagswahl in den zwei Wahlkreisen des Kreises Siegen-Wittgenstein kandidieren.

(Hier im Bild: Gereon Breuer und Franz-Herbert Schneider)

Der 23-jährige Gereon Breuer, Jugendbeauftragter von Pro NRW und ehemaliger Kreisvorsitzender der Jungen Union Siegen-Wittgenstein, kandidiert für den Wahlkreis Siegen-Wittgenstein I (Burbach, Freudenberg, Neunkirchen und Siegen).
Für den Wahlkreis II (Bad Berleburg, Bad Laasphe, Erndtebrück, Hilchenbach, Kreuztal, Netphen und Wilnsdorf) kandidiert Franz-Herbert Schneider, der im vergangenen Jahr für die Republikaner bei der Bürgermeisterwahl in Wilnsdorf antrat.
Die NPD dagegen hat ihre Kandidaturen für den Kreis SI-WI zurückgezogen.

Neonazis nahmen an „Bunt statt Braun“-Demo in Wetzlar teil

Am Freitag, dem 19.3. demonstrierten in Wetzlar rund 1000 Personen unter dem Motto „Bunt statt Braun“ gegen Rechts. Anlaß für diese Demonstration war der Brandanschlag auf die Privatwohnung einer Person aus dem Wetzlarer Netz gegen Nazis zwei Wochen zuvor.
Neben Vertretern aus Politik, Kirche, Gewerkschaften und Schulen waren auch mehrere Neonazis – unter anderem aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein, aus Wetzlar, Dillenburg und Herborn anwesend.
Ausgestattet mit „linken“ T-shirts und Buttons versuchten einige Nazis an der Demonstration Teil zu nehmen, wurden jedoch erkannt und der Veranstaltung verwiesen. Als besonders dreist erwiesen Mitglieder der „Freien Nationalisten Siegerland“, die sich bereits auf dem Weg zur Demonstration anderen Jugendlichen gegenüber als Siegener Antifaschisten ausgaben, bis auch sie schließlich erkannt wurden.

//Edit: Dieser Artikel wurde am 29.März geändert. Aufgrund einer Beschwerdemail sehen wir von der Abbildung und namentlichen Nennung der involvierten Personen ab.

Rückblick

Der folgende Artikel soll einen groben Überblick über die Aktivitäten der Siegener Neonazis in den vergangenen Wochen und Monate verschaffen. Die Berichterstattung konzentriert sich hierbei nicht nur auf Aktionen der FNSI im Kreis Siegen Wittgenstein, sondern wird auch auf die enge Zusammenarbeit der Siegener und Wetzlarer Naziszene eingehen. Den Aktivisten der FNSI ist es nach dem 16.12.09 nicht gelungen, durch größere eigene Aktionen in der Region öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen. Stattdessen ließ sich eine rege Beteiligung an Demonstrationen und Aktionen außerhalb des Siegerlandes feststellen. Lediglich am Abend des 1.Februars versammelte sich eine Kleingruppe in Kaan Marienborn um in gewohnt geschichtsrevisionistischer Manier am Gefallenendenkmal dem zweiten großen Bombenangriff auf Siegen am 1.2.1945 zu „gedenken“.
Noch in der gleichen Woche nahmen die FNSI an einer Nazi-Demonstration mit dem Motto „Todesstrafe für Kinderschändern“ in Marl teil. Am darauffolgenden Wochenende reisten die Siegener Neonazis nach Dresden um sich an dem europaweiten Nazi-Aufmarsch anläßlich der Bombadierung Dresdens 1945 zu beteiligen. Dank tausender Gegendemonstranten verwandelte sich dieser Aufenthalt jedoch in eine Enttäuschung für die Siegener und tausende weitere angereiste Neonazis, da der Aufmarsch untersagt wurde und die Nazis den Bahnhofsvorplatz nicht wie geplant in Form einer Demonstration verlassen durften.
Weitere Aktivitäten der FNSI fanden hauptsächlich im Raum Gießen / Wetzlar statt. Dass es eine scheinbar gut funktionierende Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Nazis aus Siegen und Wetzlar gibt, deutete sich bereits im vergangenen Jahr an. So versuchten am 24.10 Mitglieder der FNSI gemeinsam mit Wetzlarer Nazis ein, von der Grünen Jugend organisiertes, „Rock gegen Rechts“-Konzert in Wetzlar zu stören. Daran konnten sie lediglich durch die Anwesenheit eines größeren Polizeiaufgebotes gehindert werden. Bereits in der vorangegangenen Nacht war auf das Veranstaltungsgebäude ein Farbanschlag verübt worden. Nur fünf Tage später kam es in Wetzlar erneut zur versuchten Störung einer Infoveranstaltung „Bunt statt braun“ und einem anschließenden Farbanschlag auf den Veranstaltungsort. Am 13.11 veranstalteten die sog. AN Wetzlar eine Demonstration für „den nationalen Sozialismus“ und wurden organisatorisch wie personell stark von den Siegener Nazis unterstützten. Hierbei kam es zu mehreren Festnahmen.

Dass die Zusammenarbeit der Siegener und Wetzlarer Naziszene jedoch nicht einseitig ist zeigt sich unter anderem anhand des Mobilisierungsvideos der FNSI, für deren Demonstration am 16.12.09, in dem unter anderem Danny Wolff (Auf dem Foto), Mitglied und Mitbegründer der sog. Autonomen Nationalisten (AN) Wetzlar, auftritt.
Auch rechtsextreme Demonstrationen wurden von Siegener und Wetzlarer Nazis gemeinsam angereist und besucht.
In den Tagen und Wochen um Weihnachtszeit kam es in Wetzlar immer wieder zu Farbanschlägen, Schmierereien und sonstigen Sachbeschädigungen, woran ebenfalls Mitglieder der FNSI beteiligt waren.
(Foto: Wetzlarer Bahnhofsunterführung)

Auch weniger aktionistische Veranstaltungen und Vorträge wurden gemeinsam von Siegener und Wetzlarer Nazis organisiert und besucht.
Die Serie von Anschlägen, versuchten Störungen und Übergriffen durch Nazis im Raum Wetzlar fand kürzlich ihren Höhepunkt im Brandanschlag auf die Privatwohnung einer Person, die im Wetzlarer Bündnis gegen Nazis aktiv ist.

Nichtsdestotrotz kam es auch in Siegen in den vergangenen Wochen immer wieder zu Provokationen und Übergriffen durch Nazis insbesondere im Stadtteil Weidenau. Wir appelieren sowohl an betroffene Personen als auch an Zeugen/Zeuginnen, jeden Vorfall und jede neonazistische Aktivität öffentlich zu machen!

Kurzmeldung aus Wetzlar: Brandanschlag auf Privatwohnung

In der Nacht auf Freitag den 5.3 verübten bisher Unbekannte einen Brandanschlag auf das Privathaus eines Mitglieds des Wetzlarer Bündnisses gegen Nazis.
Dieser Mordversuch ist der Höhepunkt einer Serie von Anschlägen, Übergriffen und Einschüchterungsversuchen Wetzlarer Neonazis, an denen in den vergangenen Wochen und Monaten auch immer wieder Aktivisten der „Freien Nationalisten Siegerland“ beteiligt waren.
Als Reaktion auf den Anschlag fand am Folgeabend eine antifaschistische Spontandemonstration in der Wetzlarer Innen- und Altstadt statt. (Mehr Infos)