Siegener in Gießen

Am vergangen Samstag (16.07.2011) führte die NPD im benachbarten Gießen eine Demonstration unter dem Motto „Das System ist am Ende – Wir sind die Wende“ durch. In Gießen hatte sich bereits weit im Vorfeld ein Bündnis aus verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen gebildet um mittels koordinierter, friedlicher Massenblockaden den Naziaufmarsch zu verhindern. Eine der vielen Informationsveranstaltungen des Bündnisses fand auch im Siegener VEB statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung fand ein Naziangriff auf ein Auto von Teilnehmenden der Veranstaltung statt. Es wurden mehrere Reifen zerstochen.
Trotz der Proteste fand die Neonazidemonstration in Gießen schließlich statt. Im Demonstrationszug, der von antisemitischen Parolen und verfassungswidrigen Kennzeichen geprägt war, liefen auch die beiden bekannten Siegener Neonazibrüder Kai André und Michael Schulz mit.


Kai André (Links) und Michael Schulz (Rechts) auf der NPD Demonstration in Gießen

Auf die enge Zusammenarbeit der Siegener und Gießener Naziszene ist in der Vergangenheit bereits mehrfach hingewiesen worden (Bericht 1;2).
Interessant ist das öffentliche Auftreten Kai Schulz‘ mit einem T-Shirt der „Death Crew Siegen“ (In den Videomitschnitten auf Youtube 1;2 gut zu erkennen). Nachdem es in jüngster Vergangenheit um die FNSI ruhiger geworden war, waren Gerüchte um eine Spaltung der Gruppe aufgekommen. Ob es sich bei der „Death Crew Siegen“ jedoch um einen ernstzunehmden, politischen Reorganisierungsversuch der Siegener Naziszene oder um eine pseudopolitische, mit Kneipenschlägereien beschäftigte Skinheadgruppierung handelt, bleibt bislang offen. Im Netz ist die „Death Crew Siegen“, anders als das auf Michael Schulz‘ T-shirt präsentierte „Anti-Antifa Netzwerk Netphen“, bisher nicht vertreten. Viel mehr als ein Gästebuch hat die Webpräsenz des selbsternannten Netphener Netzwerks jedoch auch nicht zu bieten.