Braune Bekanntschaften

Die „Antifa Koordination Köln & Umland“ hat unlängst einen Artikel zu den Verbindungen der neonazistischen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) und dem bundesweit bekannten Kölner Neonaziaktivist Axel Reitz veröffentlicht. Die Existenz des mordenden Nazitrios war erst vor kurzem öffentlich bekannt geworden. Der Gruppe werden diverse Banküberfälle, 9 gezielte Morde an Menschen mit Migrationshintergrund und der Mord an einer Polizistin in einem Zeitraum von mehr als 10 Jahren zugeschrieben. Dass derartige Verbrechen über einen so langen Zeitraum ohne aktive Unterstützung durch Neonazis im gesamten Bundesgebiet möglich war, ist kaum denkbar. Auch die Verhaftungen erster vermeintlicher Unterstützer lässt auf ein Netzwerk schließen, das der Terrorgruppe aktiv geholfen hat. Einen solchen Unterstützer fand das Trio offenbar auch in dem bekannten Kölner Neonazi Axel Reitz.
So wird in genanntem Artikel von einem Neonazi-Treffen in Erftstadt im Jahr 2009 berichtet, welches per Videokamera vom Siegener Sebastian Diehl dokumentiert worden sein soll. Es kann also angenommen werden, dass auch Sebastian Diehl, als Grafiker der „Freien Nationalisten Siegerland“ und Betreiber des neonazistischen Medienprojekts „medinet-west“ bekannt geworden, mit den drei Nazis des „NSU“ in Kontakt gekommen ist. Das Treffen wurde mitorganisiert von Axel Reitz – organisatorische Schlüsselfigur der „freien“ Neonaziszene mit besten Kontakten zu beinahe allen relevanten Nazigruppierungen in NRW und darüber hinaus. Nachdem Reitz zum ersten mal auf der Nazidemonstration am 16.12.2008 in Siegen in Erscheinung trat, entwickelte sich zwischen ihm und der FNSI reger Kontakt wie u.A. sein Erscheinen auf der zweiten Demonstration zum 16.12 ein Jahr später und auf einer Saalveranstaltung in Siegen im Jahr 2010 beweisen.


Saalveranstaltung in Siegen: Paul Breuer aus Köln, Axel Reitz, Sascha Maurer (v.l.n.r.)

Ob auch andere bekannte Neonazis aus dem Raum Siegen 2009 auf der Veranstaltung in Erftstadt anwesend waren ist nicht geklärt, erscheint aber nicht unwahrscheinlich, traten die „FNSI“ im Jahr 2009 doch weitaus aktiver und geschlossener auf als noch heute der Fall.

Hier geht’s zum Artikel der „Antifa Koordination Köln & Umland“.