Archiv für September 2012

Razzien in Siegen und im Westerwald [Update]

Wie verschiedenen Medien zu vernehmen ist, fanden gestern Razzien gegen drei Neonazis aus dem Westerwald und Siegen statt. Die drei Männer sollen Mitglieder der Nazi-Band mit dem mehr als eindeutigen Namen „Kaltes Judenleder“ gewesen sein. Fanden die Hausdurchsuchungen aufgrund des Verdachts der Volksverhetzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen statt, so wurden die Ermittlungen mittlerweile auf den Straftatbestand Verstoß gegen das Waffengesetz ausgeweitet. Bei den Durchsuchungen wurden mehrere Waffen und Munition gefunden.

Update:
Nach Informationen der Siegener Zeitung handelt es sich bei einem der drei Neonazis um ein ehemaliges Mitglieder der „Kameradschaft Westerwald“. Die Kameradschaft Westerwald war eine überregional bedeutende militante Nazigruppe, die im Jahr 2005 per Gericht als kriminelle Vereinigung eingestuft und somit verboten wurde. Ein 30-Jähriger Mann aus Wissen, gegen den sich die gestrige Razzia richtete, sei in dem Prozess damals als Mitglied einer kriminiellen Vereinigung verurteilt worden, so die SZ.

Zu den Berichten:

Bericht von „blick nach rechts“

Bericht auf derwesten.de

Zum Bericht der Siegener Zeitung


Zum Bericht der Rhein Zeitung

Festnahmen in der Innenstadt

Laut dem Nachrichtenportal wirsiegen.de kam es heute Mittag um 12 Uhr zu einer unagemeldeten Nazidemonstration in der Siegener Innenstadt. Etwa 10 vermummte Personen seien mit einem Plakat unter lauten Parolen durch die Fußgängerzohne (vermutlich Bahnhofsstraße) gezogen. Im Anschluss wurden fünf Teilnehmer der Demonstration von der Polizei festgenommen. Diese Festgenommen stammten nicht aus Siegen selbst, sondern aus Erndtebrück, Bad Berleburg und dem benachbarten Hessen.

Die Demonstration ist aller Wahrscheinlichkeit nach im Zusammenhang mit dem urpsrünglich für heute geplanten „Nationalen Antikriegstag“ in Dormtund zu sehen. Das erste September Wochenende nutzen Neonazis seit mehreren Jahren um in Dortmund den traditionellen Antikriegstag in ihrem Sinne umzudeuten. Die Demonstration hatte sich schnell zu einem der bundesweit größten, regelmäßig stattfinden Neonaziaufmärsche entwickelt. Organisiert wurde die Veranstaltung regelmäßig vom „Nationalen Widerstand Dortmund“ (NWDO), der größten Dortmunder Neonazigruppe aus dem Spektrum der sogenannten „freien Kräfte“. In der Vergangenheit nahmen auch immer wieder Siegener Neonazis am „nationalen Antikriegstag“ teil. Der NWDO wurde jedoch, neben anderen Nazigruppen aus NRW, mitte August vom Innenministerium zur verbotenen Organisation erklärt, wodurch auch die diesjährige Demonstration zum Antikriegstag verboten wurde.

Mehr Informationen zum Vorfall in der Siegener Innenstadt folgen.