50 Jahre Siegerland-Kolleg – Neonazi steuert Text zu Festschrift bei

Die Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum des Siegerland Kollegs, das am 12. Juli feierlich begangen wird, enthält neben Grußworten von Gerhard Schröder (Bundeskanzler a.D.), Gerd Bollermann (Regierungspräsident der Bezirksregierung Arnsberg), Paul Breuer (Landrat des Kreis Siegen-Wittgenstein), Steffen Mues (Bürgermeister der Stadt Siegen) und Franz-Josef Klein (Prorektor der Universität Siegen) auch einen Beitrag des Siegener Neonazi Sascha Maurer.

Maurer Siegerland-Kolleg
Inhaltsverzeichnis der Festschrift anlässlich Jubiläums des Siegerland-Kollegs

Sascha Maurer, der aktuell bemüht ist sein Abitur am Siegerland-Kolleg zu erlangen, ist in der Festschrift des Kollegs als Autor eines Beitrags mit dem Titel „Das Einzugsgebiet des Siegerland-Kollegs“ in der Rubrik „Das Siegerland-Kolleg in Tabellen, Grafiken und Karten“ aufgeführt.

Maurer in Stolberg
Sascha Maurer auf einer Demonstration in Stolberg


Sascha Maurer (zweiter von rechts) mit Axel Reitz (mitte) und Paul Breuer (links)

Maurer glänzte in der Vergangenheit weniger durch schulisches Engagement, stattdessen trat er u.a. als Anmelder von Demonstrationen der FNSI, als Stadtratsmitglied für die NPD, als Veranstalter/Teilnehmer von Fackelmärschen zu Ehren von SS-Angehörigen, als Redner auf diversen Veranstaltungen der Neonazi-Szene (u.a. Axel Reitz und Paul Breuer (Anmerkung: Kölner Neonazis, nicht zu verwechseln mit dem oben genannten Landrat Paul Breuer)), durch Störung einer Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Hermelsbacher Friedhof und durch Anwendung von Gewalt gegen einen Journalisten während einer Demonstration in Berlin öffentlich in Erscheinung.
Andere politisch motivierte Straftaten wie Angriffe auf die Buchhandlung Bücherkiste, das Parteibüro von Die Linke, das Büro der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, auf das Gebäude des Aktiven Museums Südwestfalens/den Platz der Synogoge, auf einen Informationsstand anlässlich des Israeltages, auf PKW und Wohnhäuser sowie verschiedene Fälle von teilweise schwerer Körperverletzung konnten zwar nie Maurer selbst nachgewiesen werden, wurden aber immer mit Personen aus dem Umfeld der FNSI, zu deren „Führungsriege“ Maurer bis zu deren Zerfall zählte, in Verbindung gebracht.
Auch wenn Sascha Maurer in den vergangen Jahren zugunsten seiner privaten und beruflichen Zukunft zunehmend darauf verzichtet hat, in der Öffentlichkeit politisch in Erscheinung zu treten, von seinem menschenverachtenden Weltbild und seinen bisherigen Aktivitäten hat er sich zu keinem Zeitpunkt distanziert.

Welche Pädagogik seitens der Verantwortlichen am Siegerland-Kolleg hinter der Tatsache steckt, ausgerechnet einem bekennenden, gewalttätigen Neonazi in derartiger Weise eine Plattform zu bieten und somit dazu beizutragen ihn gesellschaftlich zu rehabilitieren und der Verantwortung für seine Aktivitäten zu entziehen, bleibt unklar.